
- Santa Ana Art Walk April 2011 by SayRoquefort
Hallo liebe Freunde,
um es gleich vorweg zu sagen: Ich nehme keine illegalen Drogen und wenn ich nicht so ein friedlicher Mensch wäre, dann könnte man mich sogar als militanten Nichtraucher bezeichnen. Diese Info muss man leider immer wieder vorweg schicken wenn man meine Position zum Thema der Legalisierung von Drogen vertritt. Andernfalls bekommt man kaum die Chance dem Gegenüber klar zu machen, dass es auch rationale Gründe gibt, die für eine Legalisierung sprechen.
In vielen südamerikanischen Ländern führt die Drogenmafia Kriege gegen die Staaten. So sind in Kolumbien im – inzwischen schon über 45 Jahre andauernden – Drogenkrieg über 200.000 Menschen umgebracht worden, in Mexiko in den letzten 5 Jahren über 35.000 Menschen. Obwohl das schon schlimm genug ist, gibt es neben zahlreichen Toten noch weitere Auswirkungen auf diese Länder. So haben die Bürgerkriege vor allem in Kolumbien das Land geprägt. Nicht nur, dass die wirtschaftliche Entwicklung des Landes behindert wurde, die Menschen dort haben Gewalt als einen Teil ihres Alltags akzeptiert. Man stelle sich vor, ein Bürgerkrieg, der seit über 45 Jahren geführt wird und Gewalt und Gesetzesbruch sowohl auf Seiten der Mafia (niemand soll mir erzählen die FARC stände für idealistische Ziele) als auch auf Seiten der staatlichen Polizei und Armeekräfte. Diese Kriege kosten aber Geld. Dieses Geld bekommt die Drogenmafia von den Drogenkonsumenten der reichen Länder, wie dem unseren. Das bedeutet, dass wir Deutsche bei jedem Kauf von illegalen Drogen dazu Beitragen, dass irgendwo auf der Welt eine mordende Drogenarmee ihren Kampf weiterführen kann.
Naja, denkt ich mir, ich nehm ja keine Drogen, also unterstütze ich die Drogenmafia auch nicht. FALSCH!
Denn mein Staat unterstützt die Drogenmafia dadurch, dass er die Drogen verbietet. Hört sich paradox an, erklärt sich aber dadurch, dass die Drogen anstatt auf dem freien Markt (bspw. Apotheke) auf dem Schwarzmarkt verkauft werden. Dort steigen die Preise der Drogen, dies führt auf der einen Seite zu der berühmten “Beschaffungskriminalität” aber vor allem verdient die Drogenmafia nur durch dieses Verbot so extrem “gut” an den Drogen. Nur deshalb kann sie es sich leisten in anderen Ländern Armeen zu finanzieren.
Man wird nie alle Menschen davon abbringen können Drogen zu nehmen, man stelle sich vor die Bundesregierung würde Alkohol verbieten. Dieser Versuch wurde – wie jeder weiß – in den USA bereits 1919 unternommen mit dem Ergebnis, dass die Alkoholkosten auf dem Schwarzmarkt gestiegen sind und sich die Mafia dadurch eine goldene Nase verdient hat. Die gesellschaftlichen Auswirkungen waren – laut Wiki – 13% mehr schwere Verbrechen, 81% mehr Trunkenheit am Steuer und 9% mehr “andere Delikte”.
Für alle die die Ansicht vertreten durch eine Legalisierung würden große Teile der Bevölkerung von jetzt auf heute Drogenkonsumenten, der sollte sich selber fragen, weshalb er denn keine Drogen nimmt. Nur weil es verboten ist? Nur weil es so “teuer” ist? Bestimmt nicht. Ich würde nicht deshalb mit Drogenkonsum anfangen, weil es auf einmal legal wird, oder weil der Preis um 80% sinkt. Auch die Verfügbarkeit ist es nicht. Ich kann in diesem Fall nur für mich sprechen, in meinem Bekanntenkreis gibt es eine Anzahl von Leuten, die weiche illegale Drogen nehmen. Damit will ich sagen, dass es kein Problem wäre an Drogen zu kommen, auch wurde ich schon des öfteren angesprochen, ob ich nicht Drogen kaufen wolle. Es ist eher das Wissen um die Nebenwirkungen, so erhöht Canabiskonsum die Wahrscheinlichkeit zur Schizophrenie.
Mit dem Gerücht, dass Drogen so hohe Kosten für die Krankenkassen und damit für die Gesellschaft verursachen möchte ich hiermit auch aufräumen. Aufgrund des früheren Ablebens sterben Risikogruppen nämlich früher. So verursacht ein gesunder Mensch ab dem 20 Lebensjahr 281.000 Euro an Kosten ein Raucher jedoch nur 220.000 Euro.
Mein Fazit: Wer gegen die Legalisierung von Drogen ist, unterstützt die Drogenmafia und deren Drogenkriege auf der Welt. Jedoch bin ich definitiv für Werbeverbote und erschwerte Verfügbarkeit (nicht im Supermarkt sondern nur via Rezept in der Apotheke zu erhalten). Auch eine verstärkte Drogenaufklärung in der Schule wäre wünschenswert.
